Hilfe, mein Kühlschrank surft!

Wie das „Internet der Dinge“ unser Leben verändert.



Kühlschränke bestellen Lebensmittel, Waschmaschinen waschen dann, wenn der Strom billig ist, und Autos geben untereinander Informationen über Staus weiter: Mit dem „Internet der Dinge“ könnte dies in Zukunft selbstverständlich werden. Dahinter steckt die Vision, dass technische Geräte „intelligent“ werden, sich Informationen selbst beschaffen und miteinander und mit ihren Nutzern kommunizieren. Das kann unser Leben bequemer machen.

Was aber, wenn Hacker Daten ausspähen oder Geräte manipulieren? Wie abhängig wollen wir uns vom Funktionieren der Technik machen? Und wie tief sollen die Einblicke in unsere Privatsphäre sein, die wir beim Nutzen vernetzter Gegenstände bieten?

Wissenschaftliches Nachtcafé 
04.07.2014, 21 Uhr

Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
Vortragssaal Jägerberg 1
06108 Halle (Saale)

Moderation: Markus Weißkopf, Geschäftsführer Wissenschaft im Dialog

Was ist ein Wissenschaftliches Nachtcafé?
Im Wissenschaftlichen Nachtcafé bringen wir Bürger mit Experten ins Gespräch. Nach einem Impulsvortrag tauschen sich die Teilnehmenden in angenehmer Caféhaus-Atmosphäre in kleiner Runde an ihren Tischen aus. Dort entwickeln sich Fragen und Ideen, die im Anschluss in großer Runde diskutiert werden.


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Diskussion vor Ort: 04.07.2014, 21 Uhr, Halle
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Das sagt Halle
Wer trägt im „Internet der Dinge“ die Verantwortung?

Chancen, Risiken und offene Fragen aus Sicht der Bürger in Halle: Die Ergebnisse des Nachtcafés haben wir hier dokumentiert.



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Expertin
Prof. Anja Feldmann, Ph.D.

Prof. Anja Feldmann ist Expertin für Netztechnologien an der TU Berlin.



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Experte
Volker Stollorz

Volker Stollorz ist freier Wissenschaftsjournalist. 




DIE DISKUSSION GEHT WEITER!

Auch nach unserem Nachtcafé können Sie sich zum Thema austauschen: Wir freuen uns über Ihre Fragen und Kommentare!

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8 Comments

Alexander Deck
4 years ago


Die digitale Historie der vergangenen Jahre hat gezeigt, daß die private Datenhoheit schlichtweg nicht in dem Maß zu gewährleisten ist, wie es diesem wichtigen Recht zukäme – nicht nur hinsichtlich krimineller Akteure, sondern auch in Bezug auf die Datengier der Konzerne. Das „Internet of Things“ wird dem Nutzer weit mehr sensible Daten aus unterschiedlichen Lebensbereichen abringen als der „Gläserne Mensch“ von Facebook, Google & Co. Letztendlich stellt sich die Frage, inwieweit die durch die Vernetzung generierten Boni in Zeit, Geld und Bequemlichkeit gegen den faktischen Kontrollverlust der eigenen Daten aufwiegbar sind, und ob die breite Masse angesichts des schleichenden Einzugs immer tiefgreifender digitaler Subsysteme überhaupt für dieses Thema sensibilisiert werden kann.. Ich bin gespannt, zu diesem Punkt die Meinung der Experten zu hören.

    Paul
    4 years ago


    Guter Kommentar. Sicherlich kann das Internet eine enorme Ersparnis in den Bereichen Zeit, Raum und Bequemlichkeit sein. Das was alle Medien verändern, aber das Internet in nie da gewesenem Ausmaß, ist jedoch unser Verständnis von Zeit und Raum. Die eigentlich mögliche Ersparnis wird durch die Veränderung unserer Verständnisse und damit unserer Ansprüche und Erwartungshaltungen an diese Komponenten nichtig. Es folgt eine Beschleunigungsspirale, die meiner Meinung nach auch nicht dadurch aufgehalten wird, dass plötzlich die Vernunft obsiegt und alle Menschen den Nutzen gegen den Kontrollverlust ihrer Daten aufwiegen. Denn eine Entschleunigung eines bereits etablierten medialen Systems, welches so dicht mit unserer Lebensrealität verwoben ist, ist schwierig und häufig nur durch einen zumindest partiellen Ausstieg aus dem Gleichen machbar. Ausstieg und Entschleunigung sind aber häufig nur mit großen Einschnitten in diversen Lebensbereichen möglich.

      Alexander Deck
      4 years ago


      Das stimmt, natürlich ist die Ersparnis eine Frage der Relation, wobei der Sprung vom prä-digitalen Zeitalter zu unserer heutigen Lebensweise wahrscheinlich ähnlich bewertet werden kann wie der Paradigmenwechsel während der Industrialisierung (als Kind der 80er sehe ich mich in der glückliche Lage, den Unterschied noch zu kennen). Hinterfragt man aber die Motivation für die immer kürzeren Zyklen der technischen Neuerungen, landet man meiner Meinung nach unweigerlich bei einer Kapitalismuskritik. Die surfenden Kühlschränke, Home Automation und aktuell auch die Health Assistant Produkte stellen Geschäftsfelder dar, die noch nicht „abgegrast“ wurden, und somit Profite versprechen.
      Der viel zitierte Anspruch der StartUp-Gründer, die Welt mit ihren Produkten zumindest ein kleines bißchen zu verbessern, kann immer nur gekoppelt mit dem systemimmanenten Drang nach mehr Profit gesehen werden.

        Paul
        4 years ago


        So so, auch ein Kind der 80er, ja? 🙂 Ich zumindest eines der späteren 80er und maße mir daher auch einfach mal an die prä-digitale Welt noch kennengelernt zu haben. 😉

        Was die Motivation für die kürzeren Zyklen der technischen Entwicklung angeht, bin ich ganz bei dir. Natürlich ist diese Entwicklung kapitalistisch geprägt und es gibt viele Neuerungen nur um ihrer selbst willen – und das muss kritisch hinterfragt werden. Andererseits sind die Märkte weitestgehend erschlossen und durch etablierte Unternehmen besetzt, sodass es wirklich schwer ist, eine wirklich neue Idee auf einem der Märkte zu landen. Hinzu kommt, dass Großkonzerne uns, durch ihre Marketingabteilungen und durch selbst gesammelte oder erkaufte Datensätze, immer spezifischer den Nutzen vieler sogenannter Neuerungen suggerieren können. Aber: Kann man dort mit einer generalisierten Kapitalismuskritik ansetzen? Was wäre die Alternative? Ist es nicht an der Zeit, dass die Menschen begreifen, dass Dienste im Internet nie umsonst sind, sondern wir anstatt mit Geld nahezu immer mit unseren Daten bezahlen?

          Alexander Deck
          4 years ago


          Ich muß zugeben, daß es wenig förderlich ist, solch eine Kritik zu äußern, ohne eine Alternative anzubieten. Leider sehe ich in diesem Punkt momentan nichts, was ich guten Gewissens propagieren könnte..

          Halten wir aber fest: Der Verlust über die Kontrolle der eigenen Daten geschieht nicht für die Bequemlichkeit der digitalen Dienste, sondern aus der Bequemlichkeit, sich als Normalbürger nicht mit komplexen Sachverhalten wie Datenschutz und den Abhängigkeiten im digitalen Jetzt beschäftigen zu müssen. Sowohl industrieeigene als auch staatliche Kontrollinstanzen für Daten und Datenströme sind nicht willens und/oder in der Lage, regulatorisch ausreichend einzugreifen. Was letztendlich der einzige unmittelbare Weg zu sein scheint, und was Du ja im letzten Kommentar bereits angesprochen hast, ist der Appell an den gesunden Menschenverstand und das Schaffen von Bewußtsein für diese komplexe Problematik. Das geht leider nicht ohne persönlichen Aufwand..

          Darüber hinaus sollte diese „Erziehung“ zum mündigen digitalen Bürger genau dort stattfinden, wo auch die übrige Erziehung stattfindet, nämlich möglichst frühzeitig durch die Eltern und begleitend durch die Schule.

          Paul
          4 years ago


          Eine gute Zusammenfassung, der ich mich gerne anschließe. Sie umreißt perfekt die Komplexität dieser Thematik.

          Den Paradigmenwechsel, den du mit jenem aus Zeiten der Industrialisierung verglichen hast, sehe ich auch. Vielleicht brauchen wir, auch hinsichtlich eines so drastischen Umbruchs, auch eine Gegenbewegung die es bereits gab. Und vielleicht wird diese dann Aufklärung 2.0 (3.0, 4.0 etc.) genannt….

h.studtrucker
4 years ago


Deshalb ist auch die Energiewende so teuer, weil zu den Versorungsleitungen auch Datenkabel verlegt werden.
Und wer bezahlt’s?

Lino Ruprecht
4 years ago


apropos Energiewende: wie kann es eigentlich sein, dass die großen Unternehmen trotzdem noch eine Extrawurst bekommen?



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